Christian Buchloh

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Was ich mache? Es ist eigentlich ganz einfach: Zwei sich kreuzende Linienpaare definieren neun Flächen. Die Komposition ergibt sich aus dem Abstand der Linien zueinander und zum Rand der Bilder. Aber sind das denn Linien? Sie liegen ungefähr da, wo sich die Flächen treffen, in den Bereichen des Überganges. Manche sind mit dem Pinsel gezeichnet, andere werden durch Überlagerung der Farbflächen gebildet oder auch dadurch, dass sich die Farbflächen an der Stelle gar nicht berühren. Manche sind unterbrochen, spalten sich in mehrere tastende Versuche auf oder sind nur noch als Spuren zu ahnen, weil sie ausradiert oder übermalt worden sind. Und die Flächen – sie entstehen durch sich kreuzende Bänder von lasierend aufgetragenen Farben. Sie scheinen auf ein Viereck begrenzt, reichen und wirken aber immer in die angrenzenden Felder hinein. Nein, das sind nicht wirklich Flächen. Und dann ist alles grau. Die Farbe spielt die Hauptrolle und trotzdem sehen die meisten Bilder grau aus. Aber im Vergleich, im Nebeneinander sowohl der Flächen wie auch der Bilder, entstehen zwischen den Grautönen Schwingungen. Bei längerem Betrachten werden die Bilder werden immer farbiger, differenzierter und reicher. Erst das Grau zeigt uns den Unterschied zwischen bunt und farbig.
Ich habe immer versucht, Bilder zu malen, ohne damit etwas zu erzählen. Als eine neunjährige Kunstkritikerin vor einem meiner Bilder feststellte »da wissen wir nicht, was das ist«, war ich sehr zufrieden.

 

Seit acht Jahren beschäftige ich mich mit essenzieller Malerei und arbeite an großen Acrylbildern in der oben beschriebenen Art. Sie werden farbiger (durch den Einfluss der Arbeit an den Collagen), haben aber gleichzeitig weniger Kontrast. Hier entsteht eine interessante Spannung, der ich nachgehe. In den letzten Jahren sind parallel dazu mehr als 300 Collagen entstanden. Sie sind aus Papieren hergestellt, die in unterschiedlichem Maße transparent oder gefärbt sind wodurch auch hier die beschriebene Durchdringung der Farben und Flächen entsteht. Die Collagetechnik erlaubt mir deutlich freiere Lösungen, trotzdem ist der Grundaufbau der Arbeiten immer erkennbar. Ich verwende neben Transparentpapieren unterschiedlichster Grammatur (das leichteste wiegt nur 20 g/m2) immer auch Material aus dem Alltag: Butterbrot- Seiden- und Verpackungspapiere oder Briefumschläge und Zeitungen.

 

947

947, 2009, Acryl auf Leinwand, 180 x 150 cm

 

1301

1301, 2015, Acryl auf Leinwand, 180 x 150 cm

 

1308

1308, 2015, Acryl auf Leinwand, 180 x 150 cm

 

1345

1345, 2015, Acryl auf Leinwand, 180 x 150 cm

 

1297

 

1297, 2015, Papiere, Tusche und Stift auf Bütten, 19,4 x 24,8 cm

 

1387

1387, 2016, Papiere und Grafit auf Bütten, 24,8 x 19,8 cm

 

1390

1390, 2016, Papiere, Tusche, Löcher und Stifte auf Bütten, 24,8 x 19,3 cm

 

CV Christian Buchloh