Sabine Wild

FOTOGRAFIE

 

sabine-wild.com 

 

same name

Digitale Kameras legen die Fotografien nach einem bestimmten Schema auf den Speicherkarten ab: 8 Buchstaben und Ziffern, denen ein Punkt und die Dateiendung folgt. Für die Archivierung auf Speichermedien wird empfohlen, diese Dateien aussagekräftig umzubenennen, damit man sie bei der Suche schnell wiederfindet. Ich aber verändere diese Dateinamen nie, sondern lege sie in zeitlich und lokal spezifizierten Ordnern ab.

Wenn ich ein Foto mit der mir bekannten Dateinummer auf meiner Festplatte suche, werden mir mehrere Fotos angezeigt, die den gleichen Namen tragen. Denn nach 999 Fotos beginnt das Kamerasystem wieder von vorne an zu zählen.

So sehe ich diese Fotos nebeneinander auf dem Desktop liegen. Ich bin oft überrascht, welche Motive dabei zum Vorschein kommen; ich hatte viele längst vergessen, und da sie nicht in eine Serie passten, gar nicht mehr beachtet.

Thematisch, räumlich, zeitlich haben sie ursächlich nichts miteinander zu tun. Und dennoch fasziniert mich die entstehende Wechselwirkung, die sie miteinander eingehen. Sind sie sehr gegensätzlich, entwickeln sie miteinander eine erzählerische Spannung oder eine verwirrende Räumlichkeit. Teilweise sind sie, was ihre Atmosphäre, Farben, Bildaufbau oder Thematik betrifft, von verblüffender Kongruenz. Ob nebeneinander oder übereinander positioniert, sind sie teilweise kaum als zwei Einzelbilder zu erkennen.

 

L1001950

 

L1002663

 

L1002576

 

L1002163

 


Vietnam
Immer wieder fotografiere ich eigene Aufnahmen, die während einer Reise durch Vietnam entstanden sind, mehrfach mit dem Handy vom Monitor ab. Dabei möchte ich mir das Original immer wieder aufs Neue aneignen, mich seiner bemächtigen, um jedoch festzustellen, dass es sich jeweils einer genauen Wiederholung widersetzt, es verändert sich während des ständigen Reproduktionsprozesses. Unschärfen treten ein, die Farben verändern sich, Moirée-Effekte entstehen. Diese fortlaufende Entfernung vom Original lote ich künstlerisch aus. Die Wiederholungen verdeutlichen dabei die Differenzen in den einzelnen Versionen. Schlussendlich entstehen Bilder von farblicher Entrücktheit und poetischer Weite.

 

Vietnam
Again and again Sabine Wild photographs her own images taken during a trip through Vietnam using a cell phone to capture the image from her monitor. This allows her to repeatedly recapture the original, to usurp it, and to realize that it refuses to be precisely the same – it becomes altered throughout the continuous reproductive process. Blurs arise, the colors change, moiré effects occur. Wild artistically expounds upon this progressive detachment from the original. The repetitions emphasize the differences in the specific versions. In the end images with colorful abstraction and poetic expanse are born.

 

sabine_wild_IMG_1365_2
„Vietnam_1365_I“, 2012, Inkjetprint auf Hahnemühle Photo Rag / Aludibond, 60 x 60 cm, Ed. 5 + 1 AP

 

sabine_wild_IMG_1355

„Vietnam_1355“, 2012, Inkjetprint auf Hahnemühle Photo Rag / Aludibond, 60 x 60 cm, Ed. 5 + 1 AP

 

sabine_wild_IMG_1246_ohne

„Vietnam_1246“, 2012, Inkjetprint auf Hahnemühle Photo Rag / Aludibond, 60 x 60 cm, Ed. 5 + 1 AP

 

sabine_wild_IMG_1011_60x60_neu

„Vietnam_1011“, 2012, Inkjetprint auf Hahnemühle Photo Rag / Aludibond, 60 x 60 cm, Ed. 5 + 1 AP

 

sabine_wild_IMG_1407

„Vietnam_1407“, 2012, Inkjetprint auf Hahnemühle Photo Rag / Aludibond, 60 x 60 cm, Ed. 5 + 1 AP

 

CV Sabine Wild