Bodo Rott
Vor uns die Ferne

Vernissage: Freitag, 04.11.2022, 18:00 – 21:00
Finissage: Samstag, 03.12.2022, 14:00 – 18:00
Ausstellung vom 05.11. – 03.12.2022

 

Mit „Vor uns die Ferne“ präsentiert Bodo Rott seine Werke erstmalig in einer Einzelausstellung in der Galerie ep.contemporary. Die Schau umfasst Ölgemälde, Zeichnungen und eine räumliche Intervention an der Schwelle zwischen Malerei und Skulptur.

Zwischen Overload und Reim pendelnd, spielen die aktuellen Werke auf vielschichtige Weise mit der Tiefe des Raumes und stellen die BetrachterInnen gleichzeitig vor und in die Landschaft. Sie laden ein, die Welt als geballte Terra Incognita neu zu lesen.

Bodo Rott erweitert seine bisherige Untersuchung zudem um zwei Bereiche: Um einen deckenhohen Aufbau einer „Landschaft mit Gästen“, ein „Stapelbild“, das die Malerei in den realen Raum fortschreibt, und um eine Gruppe von Zeichnungen, die das Sehen in einem Dialog zwischen „Maschinenblick“ und persönlicher Wahrnehmung ausloten. Hierfür hat der Künstler eigene, einfache optische Apparate gefertigt und seinen Blick den damit erzeugten Bildwelten ausgesetzt.

Im Verwirrspiel aus überbordender Fülle und der Verschränkung von malerischen Techniken und Darstellungsweisen feiern die Bilder sowohl die Vitalität und den Reichtum der Naturformen als auch die Faszination der Malerei und setzen das Sehen des Sehens als Erfahrung einer unentwegten Ausgleichsbewegung ins Bild.

Michael Ende hat in seiner Erzählung „Der Spiegel im Spiegel“ eine ähnliche Erfahrung beschrieben: „Mehr und mehr verwischte sich dem Reisenden die Grenze zwischen seinem Inneren und dem Äußeren, zwischen dem, was er hinzuerschuf, und dem, was ihm tatsächlich vor Augen lag, bis er schließlich das eine vom anderen nicht mehr unterscheiden konnte und seinen eigenen Geist als ein Äußeres und die Gegenstände als ein Inneres erlebte.“

Abbildung: @ Bodo Rott, „Verlassener Garten (Hortus Convulsus 30)“, 2022, 200×190 cm, Öl/Köper, Foto: gebhardt reproduktionen2022