Jens Schünemann

FOTOGRAFIE

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Auflösungen 

Mit den Augen ertaste ich die Umgebung. Wenn sich mein wandernder und springender Blick konzentriert und meine Eindrücke sich zu einem Bild vereinen, beginne ich zu sehen. Was ich sehe, verändert sich ständig, während ich Zeit brauche, um zu sehen – und ich verfolge, was ich sehe, mit Blicken. Ich beobachte.

Ein Fotoapparat zeichnet eine Art Umriss von Raum und Zeit. Im Rahmen einer Aufnahme erfasst er in begrenzter Zeit eine bestimmte Distanz. Wie eine gläserne Scheibe steht das Bildfeld seines Objektives im Raum. Der Aufnahme fehlt Zeit und Raum. Ein Fotoapparat beobachtet nicht.

Bilder kann man nicht beobachten: es fehlt die Bewegung. So kam ich darauf, die Bilder zu zerlegen, ihnen Rhythmus und Richtung zu geben – um meinen Blick wandern und springen zu lassen.

Und da ist die Bewegung wieder, nur anders herum. Was ja auch wieder richtig ist.

 

„Auflösung No. 3“, 2017, Pigmenttintendruck auf Baumwollpapier, 5 Tafeln à 60 x 42 cm, Auflage 7 + 1 AP

 

„Auflösung No. 5“, 2016, Pigmenttintendruck auf Baumwollpapier, 5 Tafeln à 30 x 42 cm, Auflage 7 + 1 AP

 

CV Jens Schünemann